Bemerkungen zum
Netzwerkdienst SSh:
SSh ermoeglicht die Basiskommunikation inkl. Steuerung,
respektive Fernsteuerung zwischen 2 Rechnern via
Netzwerkkarte. Eine beliebte Anwendung als Beispiel:
"Kollege A auf entferntem PC
moechte Hilfe von einem anderen Kollegen B. Dieser moechte sehen,
was sich auf
dem Desktop des anderen abspielt und dessen Maschine direkt
Befehle erteilen koennen."
Vorgaengig: Beide Kollegen vereinbaren die IP-Adressen der
Netzwerkkarte. Z.B. A mit 192.168.0.8 und B mit
192.168.0.6
Nun muss Kollege A seinen Rechner vorbereiten:
- Zuerst Passwort fuer ihn als Benutzer (z.B. "dsl")
festlegen wie folgt:
sudo passwd dsl
[Passwort 2x eingeben] Das dsl-Unixpasswort wird generiert.
Dieses ist dem Kollegen mitzuteilen, falls
nicht schon vereinbart.
- SSh-Server starten:
a) 'Manuell': sudo /etc/init.d/ ssh start
b) Graphisch: DLpanel -> "ssh server" betaetigen
- Export seines Desktops erlauben
a) 'Manuell' xhost +192.168.0.6 (IP von B)
b) Falls Kollege "Rdesktop" (Symbol verwendet) um
Desktop A zu sehen, eruebrigt sich dieser Schritt.
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Kollege B kann sich jetzt auf Maschine
A einloggen
- (Terminal. als user "dsl") -> ssh dsl@192.168.0.8
[Enter] Auf Systemfrage mit "yes" antworten.
- Jetzt wird nach dem Passwort (von A) gefragt-> eingeben.
Es meldet sich das Prompt des Rechners A:dsl@0[dsl]# . Die
Befehle gelten nun fuer den Rechner A
Um hier auch graphische Anwendungen von A zu starten, muss dessen
Desktop exportiert werden.
- 'Manuell': (in diesem Prompt)-> export DISPLAY=192.168.0.8:0.0
- Graphisch mit "Rdesktop (Symbol): Als Server eingeben 192.168.0.8:0.0
(=Xserver von A)
Test: im Prompt eingeben -> emelfm. Es sollte der Filemanger
von Rechner A auf dem Desktop B
erscheinen und voll funktionsfaehig sein. Kollege A muss "emelfm2
selbst auch oeffnen,
wenn er ihn sehen und damit arbeiten will. Es arbeiten in diesem
Falle also Kollege A UND B auf
dem gleichen Rechner A .
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Dies alles ist auch ueberkreuzt moeglich (beide Rechner koennen
ihren Desktop austauschen und sich gegenseitig
steuern. Daraus eroeffnen sich interessante Ensatzgebiete u.a.
fuer Arbeitsgruppen.
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Mit SSh koennen viele weitere Operationen ausgefuehrt werden,
wie kopieren, clonen von Betriebssystemen etc.
Besonders interessante Anwendung:
Ein kleines Gratisprogramm "Putty"(http://www.chiark.greenend.org.uk ) fuer MS-Windows erlaubt es, einen
Linux-Rechner
von einem MS-Windows-Rechner aus zu steuern und auf diesem
gleichen MS-Windows sich z.B. den Desktop vom Linuxrechner
anzeigen zu lassen. Allerdings muss auf dem Windowsrechner auch
ein X-Window-Server (X-Win-32, Cygwin/X etc.)
installiert sein (gibt's als Freeware -> Google). Ansonsonsten
kann man sich mit dem Konsolenbrowser "Lynx" Webseiten
anzeigen lassen, welcher keinen X-Server braucht.
"Putty" entspricht dann dem SSh-Server von Linux. Eine
spezielle Anwedung liegt auf der Hand: Von MS-Windows aus
mit einem zweiten Linuxrechner ins Internet zu gehen und sich
dabei das Ergebnis (Linuxdesktop mit Browserfenster)
anzeigen zu lassen, ohne mit dem gefaehrdeten MS-Windows selbst
ins Internet zu gehen! Groessere TARTUGA-Systeme
enthalten den "NX"-Server u. Client, welcher
komfortabler ist und SSh nur im Hintergrund benutzt und
problemlos auch
fuer MS-Windows funktioniert (auch bei http:// www.nomachine.com)
- Diese Loesungen sind billiger, schneller und
vor allem sicherer als MS-Windows mit all den dafuer noetigen
Sicherheitsprogrammen fuer Internet zu benutzen.
Dieses Vorgehen ist nicht zu verwechseln mit dem klassischen
Prinzip des Sich-Teilens eines Internetzugangs.
Es geht immer nur ein Rechner ans Netz, dem anderen wird nur das
Bildausgabe des Browsers angezeigt. Man kann
also z.B. mit einem Windows-Rechner ohne jeglichen Internetzugang
trotzdem das Internet benutzen. Das System bleibt
dabei vööoellig vom Internetnetz getrennt und ist keiner
Malware ausgesetzt.
TIPPS zu SSH:
- Der Befehl fuer das aktivieren "DSLpanel" im
XTerminal = cpanel (z.B. um "Dialup" auf dem entfernten
Rechner
auszufuehren).
- Ein Terminal kann immer nur fuer 1 Anwendung verwendet werden.
Deswegen IMMER mit der Kommandozeile des 'Emelfm'
(des entfernten Rechners) arbeiten. Diese steht nach einem Befehl
wieder zur Verfuegung!
- Sind Rootrechte erforderlich (um z.B. auf einem entfernten
Datentraeger auch schreiben zu koennen)-> am
Anfang jeder Befehlzeile immer 'sudo' schreiben und mit dem
Befehl mount ... Partition einbinden (oder gleich
'sudo emelfm' aufrufen.
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Schlussbemerkung: Dieses Kapitel zeigt dem Linux-Neuling,
welches Potential in einem noch so kleinen (Gratis-) System
vorhanden ist. Davon koennen normale MS-Windows-Benutzer nur
traeumen. Es zeigt auch, wie schnell man in der Linuxwelt
in die 'Profi-Domaine' (aus MS-Windows-Sicht) vorstoesst und
dabei viel lernen kann und so vielleicht den
"Ich bin doch nicht bloed"-Slogan doch in einem etwas
anderen Licht zu sehen beginnt .